Die Digitalisierung in Produktion & Wirtschaft.

4.0 auf dem Vormarsch.

Aktuell ist der Weg für viele kleine und mittlere Unternehmen noch weit, während Großunternehmen wie die Audi AG schon an Visionen nach dem Fließband arbeiten: An der modularen Montage. Darin übernehmen fahrerlose Transportsysteme (FTS), die sich selbst orientieren, den Transport der Karosserien und Teile zwischen den Stationen – gesteuert von einem zentralen Rechner.1

„Industrie 4.0 kann man nicht kaufen, das muss man sich erarbeiten.“
Dr. Nicole Stricker, Oberingenieurin am wbk Institut für Produktionstechnik.


 
  Technische Grundlage hierfür ist das Internet of Things (IoT), mit dessen Hilfe eine weitestgehend selbstorganisierte Produktion möglich wird: Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte „sprechen“ und kooperieren direkt miteinander.1
Auch auf Trends, individuelle Geschmäcker und Bedürfnisse der Kunden ist die IoT-gesteuerte Produktion perfekt eingestellt: Denn sie kann genauso schnell eine riesige Bandbreite an Modellen und Produktvarianten wie bezahlbare Unikate herstellen.

 

„Die digitale Transformation ist bei uns in vollem Gange. Mercedes-Benz wandelt sich vom Autohersteller zum vernetzten Mobilitätsanbieter, wobei der Mensch – als Kunde und Mitarbeiter – im Mittelpunkt steht.“2
Dieter Zetsche, Vorstandschef von Daimler.

Die Zeit läuft. Viele Unternehmen müssen schnellstmöglich die digitale Transformation einläuten, um nicht von den Betreibern von Online-Plattformen oder sozialer Netzwerke aus ihren angestammten Geschäftsfeldern verdrängt zu werden. So ist der Konzern Google längst keine reine Suchmaschine mehr, sondern entwickelt beispielsweise auch Systeme für autonomes Fahren, und der ehemalige Buchverkäufer Amazon macht sein Geld mittlerweile mit Kühlschränken, Drohnen und allem, was man sonst so brauchen könnte. Schon heute arbeiten Tausende Menschen in neuartigen Firmen und Start-ups, entwickeln aus Big-Data-Paketen neue Geschäftsmodelle und verändern die Welt.

Digitale Marktführer:

  • FACEBOOK verdiente im zweiten Quartal 2017 mit 3,89 Mrd. Dollar 71 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3
  • UBER, der smartphonegestützte Taxidienst ist in 450 Städten in 76 Ländern weltweit präsent.4
  • ADIDAS will von dem per 3-D-Druck hergestellten Schuh FutureCraft 4D eine Million Paar jährlich herstellen.5
  • GOOGLE hat mittlerweile mehr als eine Milliarde Kunden.4

Mobiler, automatisierter, spezialisierter? Werden sich die Anforderungen in einer digitalen Arbeitswelt verändern? Ist endlich Schluss mit Routinearbeiten oder hat nur, wer Hightech versteht, eine Chance?

Ein großer Teil der Beschäftigten sieht die Digitalisierung positiv und erhofft sich verbesserte Arbeitsbedingungen und eine erhöhte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. So gehen 70 Prozent der Belegschaft in der Autobranche von einem besseren Zeitmanagement durch die Digitalisierung aus. In Logistik und Maschinenbau sind es je 57 Prozent.6  Arbeitszeit und Freizeit verschmelzen immer mehr miteinander. Eine permanente Erreichbarkeit per E-Mail, SMS und Messenger-Diensten ist für viele Menschen zur Normalität geworden. Aufgaben werden dann erledigt, wenn es in den Arbeitsablauf passt – unabhängig davon, ob man gerade an seinem Arbeitsplatz ist oder nicht. Darüber hinaus vereinfachen digitale Hilfsmittel die Teamarbeit auch über Standortgrenzen hinweg.

Sie werden uns in Zukunft helfen, auf Grundlage von Analysen großer Datenmengen (Big Data) bessere Entscheidungen zu treffen. Roboter lernen aus sich selbst heraus (Deep Learning), indem sie beobachten, Daten auswerten und mit der Umwelt interagieren. Mit anderen Worten: Sie lernen im Team mit Menschen wie ein hilfreicher Kollege. Auch in den öffentlichen Verwaltungen in Deutschland steht man mit dem Einsatz von KI (Künstlicher Intelligenz) erst am Anfang. Jeder vierte Entscheider kann sich aber vorstellen, Routineaufgaben künftig an Roboter auszulagern und so Verwaltungsabläufe für den Bürger zu beschleunigen.7
Bei der VBL startete 2017 ein Projekt, in dem die Einsatzmöglichkeiten von KI zur Optimierung der Bearbeitung von Rentenanträgen und für das Beschwerde- und Wissensmanagement untersucht werden.

 

Download: VBL-Geschäftsbericht 2016, PDF, 7,6 MB

 

Digital – was heißt das eigentlich?

 

Einzelne Aufgaben werden an eine Vielzahl von Nutzern oder Interessenten ausgelagert und ausgeführt. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon.

"Ausdrucken“ von Gegenständen aller Art, zum Beispiel mit Kunststoff, Metall und Gips. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon.

Technik zur drahtlosen lokalen Vernetzung, bei der die Kommunikation der Netzknoten über Funk realisiert wird. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon.

Computergesteuerte Fördereinrichtung, die automatisch Güter durch Produktionshallen bewegt. Der Rechner kann dabei die Transportwege optimieren und überwachen. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon.

Merkmale: Individualisierung beziehungsweise Hybridisierung der Produkte und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in die Geschäftsprozesse. Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon.

 

 

1 lookKIT, Industrie 4.0, 01/2017. 2 Living Services. Individuelle Mischung, accenture insights, 01/2016. 3 „Facebook macht 3,9 Milliarden Dollar Gewinn“, Spiegel Online, 27.07.2017. 4 „83 Amazing Uber Statistics and Facts“, expandedramblings.com, 10.09.2017. 5 „Adidas arbeitet am Schuh der Zukunft“, Zeit Online, 20.08.2017. 6 „Digitale Arbeitswelt: Chance oder Jobkiller“, EY, Februar 2016. 7  „Potenzialanalyse Künstliche Intelligenz 2017“, Sopra Steria Consulting, Februar 2017.