Mitwirkungspolitik (§ 134b Abs. 1 AktG)

Die VBL hält indirekt über Investmentvermögen Aktien an Aktiengesellschaften. Die Investmentvermögen werden von Vermögensverwaltern verwaltet. Stimmrechte zu den von den Investmentvermögen gehaltenen Aktien werden dabei nicht direkt von der VBL, sondern von den Vermögensverwaltern ausgeübt.

Zweck der gesamten Vermögensanlage ist es, die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsverträge sicherzustellen. Einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und dem langfristigen Erfolg eines Unternehmens, in das investiert wurde, kommt eine große Bedeutung zu.

Aus diesem Grund wirkt die VBL über einen Dienstleister indirekt an der Stimmrechtspolitik der Vermögensverwalter bei bedeutenden und regelmäßig auf Hauptversammlungen behandelten Themen mit. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, bei im Portfolio befindlichen Unternehmen mit kritischen Geschäftsaktivitäten den Einfluss als Aktionär zu nutzen, um diese über bilaterale Gespräche, Redebeiträge und Abstimmungen auf den Hauptversammlungen zu einer nachhaltigen und verantwortlichen Wirtschaftsweise zu bewegen.

Im Rahmen dieses Konzeptes werden vorzugsweise Belange aus den Bereichen Umwelt, Klima, Soziales und Unternehmensführung behandelt. Die Mitwirkungspolitik zielt auf die Einhaltung der folgenden Grundsätze und Leitlinien durch die Aktiengesellschaften ab:
 

  • Grundwertekatalog UN Global Compact,
  • die International Labor Standards (ILO),
  • die Klimaziele der EU,
  • die Sustainable Development Goals (SDGs),
  • die Anforderungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD).

 

Offenlegungspflichten (§ 134c Abs. 1 und 2 AktG)

Der Abrechnungsverband der freiwilligen Versicherung unterliegt der Aufsicht nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Auf den Abrechnungsverband der freiwilligen Versicherung sind die Vorschriften des VAG über die Geschäfte regulierter Pensionskassen anzuwenden.

Das Vermögen der freiwilligen Versicherung ist nach den Anlagegrundsätzen des § 124 VAG anzulegen. Soweit das Vermögen dem Sicherungsvermögen zuzurechnen ist, sind zusätzlich die Anlageverordnung und die Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu beachten. In diesen werden unter anderem zulässige Anlageformen und Quoten für eine ausgewogene Mischung der Anlageklassen und -instrumente sowie die Streuung der Schuldner festgelegt.

Die Grundlage der Ausrichtung der Kapitalanlagen der VBL ist eine Asset Liability Studie. In dieser Analyse der zukünftigen Entwicklung von Kapitalanlagen und Verpflichtungen werden zunächst die langfristigen Renditeerwartungen mit der Risikoeinschätzung für die einzelnen Anlageklassen kombiniert und eine langfristige Zielallokation (strategische Anlagepolitik) ermittelt. Die strategische Anlagepolitik berücksichtigt sowohl das Profil als auch die Laufzeit der Verpflichtungen. Diese bildet gleichzeitig die Basis einer jährlichen Zielallokation (taktische Anlagepolitik). Hierbei wird die nötige Flexibilität über die verschiedenen Anlageklassen gewährleistet, um auf unvorhergesehene Entwicklungen an den Kapitalmärkten reagieren zu können.

Bei der Umsetzung der taktischen Anlagepolitik nutzt die VBL die Expertise externer Fondsmanager und Vermögensverwalter. Durch den Einsatz von Investmentfonds profitiert die VBL in mehrerer Hinsicht. Zum einen bieten diese Partner umfangreiche Fachkompetenz (bspw. bei der Analyse von Wertpapieren). Zum anderen verfügt die VBL neben dem internen Risikomanagement damit über eine zweite Controllingebene zur Überwachung von Anlagen.

Die VBL hält Aktien nur indirekt über Investmentvermögen. Die Stimmrechte aus den Aktien werden von den Vermögensverwaltern ausgeübt, die die Investmentvermögen verwalten. Wie unter Punkt 1 dargestellt, verfolgt die VBL dabei das Ziel, dass die genannten Grundsätze und Leitlinien eingehalten werden.

Die Methode eines Vermögensverwalters ergibt sich aus den jeweiligen Anlagebedingungen und -richtlinien des Investmentvermögens. Diese Vorgaben stellen den Rahmen dar, in welchem sich der Manager bewegen kann. Die Anlageentscheidung obliegt unter Berücksichtigung der dargestellten Vorgaben dem externen Fondsmanager.

Die Leistungen der Vermögensverwalter werden intern maßgeblich anhand von Leistungsangebot und Kostenstruktur bewertet. Der Vermögensverwalter erhält eine Administrations- und Managementvergütung. Es wird keine performanceabhängige Vergütung an Vermögensverwalter im Sinne der Regelung des § 134c AktG gezahlt.

Es existieren keine Vereinbarungen zum Portfolioumsatz oder den Portfolioumsatzkosten, weil die Portfolioumsätze je nach Strategie variieren können. Gleichwohl ist es für die VBL möglich Informationen zum Portfolioumsatz bei den Vermögensverwaltern einzuholen und bei der Beurteilung von Vermögensverwaltern oder Fondsmanagern zu berücksichtigen.

Die Fondsverträge laufen auf unbestimmte Zeit und können von der VBL ordentlich gekündigt werden.

Die VBL ist als Pensionskasse verpflichtet die Grundsätze der Anlagepolitik zu veröffentlichen.

Link: Grundsätze der Anlagepolitik